Demokratie gestalten – Erlebbare Demokratie als Rezept gegen Rechtsextremismus

Workshop zur Demokratieentwicklung am Weltfriedenstag

Ein Thementag der

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus

Weltfriedenstag 01. September 2010

 

Zur Veranstaltung

Ursachen statt Symptome

Der Kampf gegen den Rechtsextremismus ist zum Scheitern verurteilt, wenn er nur die Extreme im Blick hat. Seine Wurzeln reichen weit in die „normale“ Bevölkerung hinein. Den Ruf nach einem starken Mann kann man auch von dort hören. Fremdenfeindliche und antisemitische Parolen werden an nicht wenigen Stammtischen geschwungen. Die Fokussierung auf den Extremismus blendet viele Wurzeln der Probleme aus, denn der Begriff des Extremismus suggeriert, es gebe eine gute Mitte und das Problem komme nur von den Rändern der Gesellschaft. Dort sehen wir aber lediglich die Symptome.

Krise der Demokratie

Rechtsextremisten wollen die Demokratie durch das Führerprinzip ersetzen. Engagierte Bürgerinnen und Bürger verteidigen dagegen die Demokratie. Aber was für eine Demokratie? Man wird nur das beherzt verteidigen, was man kennt und liebt. Die parlamentarische Demokratie steckt aber derzeit in einer Akzeptanzkrise. Viele haben nie ausreichend gelernt und erfahren, wie Demokratie funktioniert und welchen konkreten Nutzen sie ihnen bringt. Aber auch manche Politiker gebärden sich wie Herrscher auf Zeit und unterschätzen die Bedeutung des freien Meinungsaustausches der Bürger. So wird die Demokratie leichte Beute einer totalitären Ideologie, die mit ihr auch die bürgerlichen Freiheiten abschaffen will.

In welcher Gesellschaft wollen wir leben?

An diesem Thementag soll das Problem des Rechtsextremismus in Deutschland gewissermaßen von unten her angegangen werden. Indem über das eigene Verständnis von Demokratie und Wege zu ihrer Vermittlung nachgedacht werden soll, wird die Grundlage gestärkt, von der her erst ein erfolgreiches Engagement gegen Rechtsextremismus gelingen kann. Die „Freiheitlich Demokratische Grundordnung“ muss von innen her mit Leben gefüllt werden. Dazu gehören Partizipation und demokratischer Austausch. Ein bloßer Verweis auf Ordnungen kann diese zu einer Hülle erstarren lassen und das ersticken, was eigentlich befördert werden sollte: eine freie und konstruktive Mitwirkung der Bürger an der Gestaltung des Gemeinwohles.

Aktive Beteiligung

Darum setzt der Thementag stark auf die aktive Beteiligung und das Potenzial der Teilnehmenden – ganz im Sinn einer lebendigen Demokratie, die vom Einsatz ihrer Bürgerinnen und Bürger lebt. Folglich stehen nicht Fachvorträge von Experten und Expertinnen im Zentrum, sondern die Erfahrungen und Ideen der Teilnehmenden als ein Schatz, den wir an diesem Konkretionen gesellschaftliche als auch die kirchliche Situation in den Blick.


Programm

10:00 Uhr Eröffnung und Begrüßung
Karl-Heinz Maischner, Leiter der Evangelischen Erwachsenenbildung Sachsen

10:15 Uhr thematische Impulse

Demokratieentwicklung statt Extremismusbekämpfung – Zur Problematik des Extremismusbegriffes Demokratie leben – Ideen für einen aktivierenden Demokratiebegriff

Friedemann Bringt, Fachreferent Kulturbüro Sachsen e. V. und Dr. Harald Lamprecht, Beauftragter für Weltanschauungsfragen der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens

im Anschluss

Vorstellung des weiteren Programmverlaufs und Einteilung der Workshop-Gruppen

Kaffee und Tee

10:45 Uhr Demokratieentwicklung I Arbeit in moderierten Workshop-Gruppen zum Demokratiebegriff. Als Teilnehmer_in werden Sie an allen drei Themen/ Leitfragen arbeiten: Die Ergebnisse werden durch den Verlauf allen transparent werden. Moderation: Christian Kurzke, Studienleiter, Evangelische Akademie Meißen

biografischer Einstieg
Was ist mein bestes und was mein schlechtestes Erlebnis mit Demokratie? Warum komme ich zu dieser Einschätzung?

Demokratieverdruss
Warum wenden sich Menschen von der gelebten Beteiligung an demokratischen Prozessen in unserem Land ab?

Zielsuche
Wie müsste Demokratie beschaffen sein, damit ich gerne an ihr mitwirke? Demokratie 2020 – wie wird/soll Demokratie in zehn Jahren aussehen?

12:30 Uhr

Mittagspause

13:30 Uhr Demokratieentwicklung II Wie kann es gelingen? – Was hindert daran? – Was kann Kirche tun? – Was kann ich tun? Arbeit in moderierten Workshop-Gruppen (je fünf Personen) zum Demokratiebegriff Präzisierung der Visionen und Vorschläge des Vormittages Als Teilnehmer_in werden Sie in moderierten Workshop-Gruppen arbeiten. Die Themen/ Leitfragen werden lauten:

  • gelingende Demokratieentwicklung und -stärkung in der Kirchgemeinde
  • gelingende Demokratieentwicklung und -stärkung in der Gesellschaft

15:00 Uhr Schlussplenum Abschlussgespräch mit dem Anliegen, gemeinsam mit den Teilnehmenden eine Agenda für die weitere Arbeit der AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus zu entwickeln Dr. Harald Lamprecht, Beauftragter für Weltanschauungsfragen der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens

Änderungen vorbehalten!

 

Kosten des gesamten Thementages:

10,00 € Euro, zahlbar bei Anreise

Anmeldung:

Evangelische Erwachsenenbildung Sachsen Barlachstr. 3 01219 Dresden

Veranstaltungsort:

Landesjugendpfarramt Caspar-David-Friedrich-Str. 5 01219 Dresden

Anreise:

Der Veranstaltungsort ist mit Straßenbahn- linien 9 und 13 oder den Buslinien 61, 63, 75 (Haltestelle Wasaplatz) oder Buslinie 66 (Haltestelle Caspar – David – Friedrich – Str.) zu erreichen. Es bestehen begrenzte Parkmöglichkeiten auf dem Grundstück.