Praxistag 2012: Erkenne, dass es böse ist!

Praxistag an der Evangelischen Akademie Meißen zum Thema: Christliche Botschaft und Menschenfeindlichkeit als Herausforderung für Kirche und Gesellschaft

Zur Veranstaltung
Menschenverachtende Einstellungen und rechtsextreme Handlungsmuster sind vielfältig. Welches Ausmaß diese annehmen können, dies hat die breite Öffentlichkeit durch die Aufdeckung der sog. „Zwickauer Zelle – Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) schockiert zur Kenntnis nehmen müssen. Ein anderes Beispiel sind Demonstrationen von Rechtsextremen und Modernen Nazis. Doch diese zwei Aspekte bilden keineswegs das Problem der in unserer Gesellschaft fest verankerten Menschenfeindlichkeit wieder. Die NSU ist aufgedeckt und eine Demonstration ist auch irgendwann vorbei.
Allerdings sind Menschenfeindlichkeit und rechtsextremes Gedankengut täglicher Bestandteil und mitten in unserer Gesellschaft zu finden. Dies ist mittlerweile hinreichend bekannt und wissenschaftlich fundiert nachgewiesen. Also bleibt es eine Herausforderung und Handlungsnotwendigkeit für Kirchen und Christ_innen, sich gegen menschenverachtendes Handeln zu Wort und Tat zu melden. Doch wie kann konkret gehandelt werden? Mit wem darf ich z. B. gemeinsam in welcher Form dagegen demonstrieren? Und weshalb wird die Debatte um den Rechtsextremismus oft überlagert von einer Debatte um einen sog. „Extremismus“?
Dieser Praxistag will einen Beitrag zur Verständigung leisten und einen Auftrag zum täglichen Handeln formulieren.
Seien Sie eingeladen, eigene Erfahrungen in den Diskussionsprozess einzubringen und auch zu fragen, wie Kirche gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und zeigen kann und wo Sie Grenzen des Handelns sehen.
Eine Veranstaltung der ökumenischen „AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus“ des Bistums Dresden-Meißen und der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens.
Wir sind bestrebt allen Teilnehmenden des Praxistages nach der Veranstaltung eine digitale Dokumentation zukommen zu lassen.
Christian Kurzke
Studienleiter
HINWEIS:
Ausgeschlossen von der Veranstaltung sind Personen, die neonazistischen Organisationen angehören, der neonazistischen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige Menschen verachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind. Der Veranstalter behält sich vor, von seinem Hausrecht Gebrauch zu machen und diesen Personen den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder sie von dieser zu verweisen.

Programm zum Download (PDF)

Online anmelden bei der Ev.-Akademie Meissen

Zur Veranstaltung

Menschenverachtende Einstellungen und rechtsextreme Handlungsmuster sind vielfältig. Welches Ausmaß diese annehmen können, dies hat die breite Öffentlichkeit durch die Aufdeckung der sog. „Zwickauer Zelle – Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) schockiert zur Kenntnis nehmen müssen. Ein anderes Beispiel sind Demonstrationen von Rechtsextremen und Modernen Nazis. Doch diese zwei Aspekte bilden keineswegs das Problem der in unserer Gesellschaft fest verankerten Menschenfeindlichkeit wieder. Die NSU ist aufgedeckt und eine Demonstration ist auch irgendwann vorbei. Allerdings sind Menschenfeindlichkeit und rechtsextremes Gedankengut täglicher Bestandteil und mitten in unserer Gesellschaft zu finden. Dies ist mittlerweile hinreichend bekannt und wissenschaftlich fundiert nachgewiesen. Also bleibt es eine Herausforderung und Handlungsnotwendigkeit für Kirchen und Christ_innen, sich gegen menschenverachtendes Handeln zu Wort und Tat zu melden. Doch wie kann konkret gehandelt werden? Mit wem darf ich z. B. gemeinsam in welcher Form dagegen demonstrieren? Und weshalb wird die Debatte um den Rechtsextremismus oft überlagert von einer Debatte um einen sog. „Extremismus“? Dieser Praxistag will einen Beitrag zur Verständigung leisten und einen Auftrag zum täglichen Handeln formulieren. Seien Sie eingeladen, eigene Erfahrungen in den Diskussionsprozess einzubringen und auch zu fragen, wie Kirche gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und zeigen kann und wo Sie Grenzen des Handelns sehen.

Eine Veranstaltung der ökumenischen „AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus“ des Bistums Dresden-Meißen und der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens.Wir sind bestrebt allen Teilnehmenden des Praxistages nach der Veranstaltung eine digitale Dokumentation zukommen zu lassen.

Christian Kurzke(Studienleiter)
HINWEIS:Ausgeschlossen von der Veranstaltung sind Personen, die neonazistischen Organisationen angehören, der neonazistischen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige Menschen verachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind. Der Veranstalter behält sich vor, von seinem Hausrecht Gebrauch zu machen und diesen Personen den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder sie von dieser zu verweisen.

Programm
09:45 Uhr Einladung zur Andacht in der Barbarakapelle der Evangelischen Akademie Meißen
OLKR i. R. Dr. Christoph Münchow, Radebeul (angefragt)

10:00 UhrBegrüßung und EröffnungStudienleiter Christian Kurzke

Videosequenzen des Theaterstücks „Andorra“ des Staatsschauspiels Sachsen

10:30 Uhr „Erkenne, dass es böse ist! Christliche Botschaft und Menschenfeindlichkeit als Herausforderung für Kirche und Gesellschaft
Impuls: Staatsminister Markus Ulbig, Staatsministerium des Inneren

Podiumsdiskussion mit
– Staatsminister Markus Ulbig, Staatsministerium des Inneren

– Landesbischof Jochen Bohl, Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens

– Dekan Bernhard Dittrich, Bistum Dresden-Meißen

– Barbara John, Ombudsfrau der Bundesregierung für die Opfer und Opferangehörigen der NSU (angefragt)

– Präsident Dr. Dieter Graumann, Zentralrat der Juden in Deutschland (angefragt)

– Heike Kleffner, Mitglied im Sprecher_innenrat der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus

Moderation: Präsident Thomas Krüger, Bundeszentrale politische Bildung, Bonn

12:15 Uhr Erläuterung des weiteren Veranstaltungsverlaufs12.30 Uhr Mittagessen

13:30 Uhr Erfahrungen – Diskurse – Anregungen
Impulse zum Handeln moderierte Arbeitsgruppen

Wie können „Kirche“ und „Christ_innen“ agieren und handeln? Welche Erwartungen sind an die Verantwortungstragenden in „Politik“ und Kirchen“ zu formulieren? An welchen Punkten wurde in der Vergangenheit nicht ausreichend gehandelt? Welche konkreten Handlungsansätze gibt es für die Zukunft?

Verschiedene Akteure mit unterschiedlichem Hintergrund stehen in diesem Programmpunkt als Impulsgebende und Ansprechpersonen zur Verfügung. Der Zeitrahmen bietet Ihnen die Möglichkeit, sich an zwei Arbeitsgruppen zu beteiligen. Die Arbeitsgruppen verfolgen einen konkreten Arbeitsauftrag, die Ergebnisse werden am Ende der Veranstaltung vorgestellt.Eine Kaffee- und Kuchenpause wird Ihnen den Wechsel zwischen zwei Arbeitsgruppen ermöglichen.

AG 1: „Rassisten werden hier nicht bedient!“
Zivilcourage vom Tresen aus
Ludwig Simek, Initiative „Keine Bedienung für Nazis“, Regensburg

AG 2: Wenn sie nicht gerade laufen – wo sind sie denn dann, die Rechtsextremen in Sachsen? Aktuelle Entwicklungen in der neonazistischen Szene
Danilo Starosta, Kulturbüro Sachsen e. V.

AG 3: Lebendige Demokratie – Gemeinwesenarbeit für eine lebendige Demokratie
Maren Düsberg, Geschäftsführerin RAA Sachsen e.V.sowieMoritz Thielicke, Buntes Bürgerforum für Demokratie Limbach-Oberfrohna, Preisträger Sächsischer Förderpreis für Demokratie 2011

AG 4: Einmischen? Einmischen! Engagement konkret
Schriftstellerin Birgit Lohmeyer und Musiker Horst Lohmeyer, Jamel Träger_innen des Bürgerpreises des Bundesverbandes deutscher Zeitungsverleger 2012

AG 5: „Grenzenlose Nächstenliebe?“Umgang mit menschenfeindlichem Gedankengut und modernen Nazis in der Gemeindearbeit
Pfarrer Ludger Kauder, Katholische Pfarrei St. Barbara Riesa

AG 6: Die Abwertung des Anderen. Eine europäische Zustandsbeschreibung
Constantin Klein, Universität Bielefeld

AG 7: Allein gelassen?! Wie aus Sicht Betroffener von Rassismus und Rechtsextremismus Unterstützung aussehen sollte
Marianne Thum, RAA Sachsen e. V., Dresden

AG 8: Kirche – mittendrin statt nur dabei! Wie Kirche und Christ_innen handeln können.
Pfarrer Jörg Michel, Martin-Luther-King-Haus, Hoyerswerda

AG 9: Undemokratisch?! Warum wird in Sachsen so viel über Demokratie diskutiert. Christine Schickert, Komitee für Grundrechte und Demokratie

AG 10: Sprachliche Irrführung – Der Umgang mit Sprache als politische Strategie
Dr. Sabine Schiffer, Institut für Medienverantwortung, Erlangen

 

16.00 Uhr Wege zur Stärkung der Demokratie – gegen Rechtsextremismus
Gesprächs- und Diskussionsrunde mit der Formulierung von weiterführenden Handlungs- und Aktionsmöglichkeiten/ Positionen/ Themen unter Aufgreifen der Ergebnisse der vorhergehenden Arbeitsgruppen

17.00 Uhr Abschluss der Veranstaltung

 

Änderungen vorbehalten!