Forschungsprojekt zu Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit in Ostdeutschland

Abschlussbericht liegt vor

Cover-Studie-OstdeutschlandDas Göttinger Institut für Demokratieforschung hat den Abschlussbericht eines mehrjährigen Forschungsprojektes veröffentlicht. Im Auftrag der Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Länder wurde nach möglichen Ursachen für den statistisch signifikant erhöhten Anteil von rechtsextremen Gewalttaten im Osten Deutschlands gefragt. In drei Regionen, nämlich Freital, Heidenau und in Erfurt wurden die jeweiligen sozialräumlichen Situationen, geschichtlichen Vorprägungen und das Agieren der regional politisch Verantwortlichen untersucht.

Die 236 Seiten umfassende Studie wertet zahlreiche Interviews mit Personen aus den untersuchten Regionen aus und diskutiert unterschiedliche Erklärungsansätze auf dem Stand der aktuellen wissenschaftlichen Untersuchungen. Sie ist hier zum Download erhältlich:

Hier Studie „Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit in Ostdeutschland“ herunterladen

Angesichts einiger in den Medien verbreiteter reflexhafter Abwehrreaktionen aus Regierungskreisen erklärt Kathrin Wallrabe, Gleichstellungsbeauftragte im Ev.-Luth. Landeskirchenamt Sachsens und Mitglied der AG Kirche für Demokratie und Menschenrechte:

„Es ist an der Zeit, auch für die sächsische CDU, die Wirklichkeit in Sachsen wahrzunehmen. Die ist in Sachsen vielerorts in Abwehr von Fremden ( Menschen), gemischt mit einem eigentümlichen Sachsenstolz erlebbar. Heimatliebe ist ja schön. Aber das darf nicht mit Abwehr, bzw. Abwertung gegen Fremdes geschehen. Wir erleben hier in Sachsen eine Monokultur, die ein Alleinstellungsmerkmal ist, auch politisch. Das Christentum ist international aufgestellt und das sogenannte christliche Abendland absurd, wie wir gerade bei der Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes in Namibia erleben durften. Statt Empörung muss ein aktiver Ansatz der CDU/SPD Koalition für mehr Aufgeschlossenheit in Sachsen in die Wege geleitet werden und nicht nur Negieren und Empörung. Rassismus und gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit sind nicht hinnehmbar in einer Demokratie, das kann nicht unter dem Deckmantel von „Das muss man doch mal sagen dürfen…“ von sogenannten besorgten Bürgern gepflegt werden. Eine Regierung, die sich christlichen Werten verpflichtet fühlt, muss aktiv gegen die Abwertung von anderen Menschen, Hetze und Kriminalität vorgehen.“

Verantwortliche in Regierung und Kommunen sind gut beraten, die in dieser Studie dargestellten Zusammenhänge aufmerksam zu analysieren und für ihr künftiges (regional-)politisches Handeln daraus Konsequenzen zu ziehen.